„Teutonen“ reisen
Veranstaltungen und Tätigkeiten in der Technischen Turnerschaft Teutonia sind
vielseitig und abwechslungsreich.
Neben Semesterkneipen, Stammtischen, Wanderungen, Städtefahrten bietet die
Teutonia auch selbst organisierte Reisen an.
Unser „ Alter Herr „ Horst von Atens hat sich in den vergangenen Jahren gerade
um diese Reisen sehr verdient gemacht. Planung, Organisation und Durchführung
hatte er sich auf seine persönliche Fahne geschrieben und mit sehr viel
Engagement auch die Reisen begleitet und durchgeführt.
Mit diesem Kurzbericht über die durchgeführten Reisen in den vergangenen 18
Jahren möchte unser Bundesbruder noch einmal Rückschau halten auf 15
Teutonenreisen und dabei ein paar besondere Ereignisse herausgreifen und in die
Erinnerung zurückrufen.
Ziel der gemeinsamen Unternehmungen war neben dem Erkunden von Städten und
Landschaften, zuerst besonders auch in den neuen Bundesländern, die Pflege und
Festigung der Freundschaft innerhalb der Teutonia.
1990 war der Beginn unserer Reisetätigkeit mit einer 2-Tage-Fahrt zur Rudelsburg
und nach Weimar, die von unserem Bundesbruder Robert Haupt organisiert wurde.
Ich denke dabei an unseren Gesang im Burghof der Rudelsburg: „Dort Saaleck, hier
die Rudelsburg“, dieses sehr schöne, alte Studentenlied haben wir aus voller
Kehle geschmettert.
So kurz nach der Wende ist das für uns Teutonen eine bleibende Erinnerung an die
Wiedervereinigung mit den neuen Bundesländer.
Die Stadtführerin in Weimar war damals noch so von den guten Taten in der DDR
überzeugt und hatte den deutschen Zusammenschluss noch nicht verarbeitet.
Danach besuchten wir Rostock, Wismar, Stralsund und waren über die schlechten
Zustände dieser alten Städte entsetzt. Auch lernten wir die Insel Rügen mit
Saßnitz und dem Kreidefelsen auf dieser Reise kennen.
1993 folgte Berlin, dabei interessierte uns besonders der vorher nur schwer zu
besuchende Ostteil der Stadt. Abwechslung erhielten wir durch die Kahnfahrt im
Spreewald - mit den vielen Gurken -. In der Kaffeepause gab es Blechkuchen
(DDR-deutsch), das war Kuchen vom Blech.
In Bad Hersfeld sahen wir die Oper „Figaros Hochzeit“ im Theater mit oben
offener Bühne. Ein Unwetter mit Gewitter, Sturm und Regen unterbrach die
Vorstellung.
Dresden war 1994 für uns interessant. Die Hinfahrt erfolgte über Leipzig mit
einer Führung im Schnelldurchgang. Wir wohnten in Bannewitz und wurden bei der
Stadtführung durch Dresden und bei unserem Ausflug in die Sächsische Schweiz von
Herrn Möbius begleitet, der in Dresden alles abreißen und neu aufbauen wollte.
Das weitere Programm beinhaltete eine Schifffahrt auf der Elbe mit der „Weißen
Flotte“, von Bad Schandau nach Rahden. Wir waren auf der Bastei und im
Schlossgarten von Pillnitz, besuchten die Manufaktur in Meißen, das Jagdschloss
Moritzburg und abends war dann eine Opernaufführung in der Semperoper.
1995 war die „Romantische Straße“ und das „Fränkische Weinland“ unser Ziel. Wir
wohnten im Hotel der Brauerei Landwehrbräu und besuchten Würzburg, Rothenburg ob
der Tauber und Dinkelsbühl. Ich denke an das Rittermahl in Rothenburg im
„Schwarzen Adler“ zurück, mit Bundesbruder Robert Haupt als beeidigter Tester
für Speisen und Getränke und an den Auftritt des Nachtwächters.
1996 folgte die wunderschöne Stadt Prag mit der Karlsbrücke, mit der Prager Burg
und dem St.-Veits-Dom auf dem Hradschin und mit der außerhalb liegenden Burg
Karlstein. Gut erinnere ich mich noch an das Mozartkonzert in der „Villa
Bertramka“, an den Besuch des „Schwarzen Theaters“ und an die abendliche
Schifffahrt auf der Moldau mit Aufführungen von einem Prager Puppentheater.
1997 war München eine Reise wert. Nach der Stadtbesichtigung mit dem Rathaus und
der Liebfrauenkirche besuchten wir den Viktualienmarkt. Unser Hotel lag so
stadtnah, sodass wir über kurze Wege schnell in die Innenstadt kamen. Abends
waren wir einmal im Theater im Bayrischen Hof, ein anderes Mal in der
„Welserstube“, um wieder einmal an einem Ritteressen teilzunehmen, wir hatten ja
schon Erfahrung. Wir besichtigten die Bavaria Filmstudios und nahmen an einer
Abendschifffahrt auf dem Starnberger See teil. Eine Besichtigung der
Gartenanlagen des Nymphenburger Schlosses ging leider am letzten Tag im Regen
unter.
1998 waren wir im Elsaß. Straßburg ist der kulturelle und wirtschaftliche
Mittelpunkt des Landes. Wir besichtigten das Straßburger Münster mit der
Astronomischen Uhr, fuhren mit dem Schiff auf der Ill und besuchten das
Europäische Parlament. Bei unserer ersten Rundfahrt waren wir auf der „Haut
Königsbourg“ und besuchten die Orte Riquewihr mit Weinprobe und Kaysersberg,
bekannt durch Albert Schweitzer. In Colmar war unser zweites Hotel, von dort aus
machten wir die Vogesenrundfahrt mit Besuch von Equisheim, in dem leider wegen
des Weinfestes keine Ortsbesichtigung stattfand. Von Colmar ist der „Isenheimer
Altar von Mathias Grünewald“ zu erwähnen.
Nicht zu vergessen sind die typischen Elsässer Essen wie „Choucroute“
(Sauerkraut mit vielen Fleischbeilagen) und der Eintopf mit Rind-, Schwein- und
Hammelfleisch,
„ Baeckeoffe „ genannt.
1999 war eine 6-Tage-Fahrt nach Wien. Nach Zwischenübernachtungen in Passau auf
der Hin- und Rückfahrt war auch die lange Busfahrt erträglich. Durch einen
längeren Stau bei der Anreise besuchten wir das Kloster Melk erst auf dem
Rückweg. In Wien nahm uns Frau Schwarzer unter ihre Fittiche und zeigte uns ihr
Wien bei zwei Halbtagsführungen auf den Spuren von Johann Straus. Alle
Sehenswürdigkeiten der Stadt aufzuzählen würde diese Berichterstattung sprengen.
Am ersten Abend waren wir beim Heurigen „Mayer am Platze“, am zweiten besuchten
wir ein Wiener Mozartkonzert im Goldenen Saal des Musikvereins und der dritte
Abend bildete den Höhepunkt mit der Operettenaufführung „Eine Nacht in Venedig“
auf der Freilichtbühne in Mörbisch am Neusiedlersee.
Im Jahr 2000 waren wir ein zweites Mal in Berlin, in unserer neuen Hauptstadt,
die durch die vielen Neubauten in den letzten Jahren immer wieder zu einer
Städtetour einlädt. Die Anfahrt war über Potsdam mit dem Park Sanssouci.
Den ersten Abend verbrachten wir im Köpenicker Rathaus mit Alt- Berliner
Anekdoten nach Vorbildern von Heinrich Zille.
Bei strahlendem Sommerwetter machten wir am nächsten Tag morgens eine
Stadtrundfahrt mit Führung. Die Mittagspause war auf dem Fernsehturm am
Alexanderplatz und am Nachmittag gab es eine Stadtbesichtigung vom Schiff aus.
Es war eine 28 Km lange Rundfahrt über Spree und Landwehrkanal. Am Abend, im
Theater am Kurfürstendamm sahen wir die Nachfolger der Comedian Harmonists mit
„Veronika, der Lenz ist da.“
Der letzte Tag war ausgefüllt mit dem Besuch des Reichstages mit dem Plenarsaal
und mit professioneller Erläuterung zu einzelnen gesetzgeberischen Abläufen und
Verfahren. Den Abschluss dieser Reise bildete das KaDeWe.
2001 waren wir im Thüringer Wald. Die Fahrt führte über Gotha mit Stadtführung.
Wir hatten ein ausgezeichnetes Hotel in Friedrichsroda und besichtigten von dort
aus Erfurt und Weimar.
Höhepunkt dieser Reise war die gewaltige Freilichtaufführung „Die Schöpfung“ von
Joseph Haydn auf den Domtreppen in Erfurt. Ich möchte auch die Besichtigung der
Wartburg in Eisenach und das Denkmal der Deutschen Burschenschaft nicht
vergessen.
2002 reisten wir nach Belgien. In Brüssel war unser Hotel. Wir besichtigten die
Innenstadt mit dem berühmten „Großen Markt“, mit dem gotischen Rathaus und mit
den vielen Barock- und Renaissancegebäuden rundherum. Natürlich sahen wir bei
der Rundfahrt auch das Atomium von der Weltausstellung 1958.
Den „Männiken Piss“ in Brüssel erlebten wir bei abendlicher Beleuchtung.
Wir fuhren nach Brügge und Gent: Brügge war Hansestadt und wirkt als Ganzes wie
ein Museum - ohne Kriegszerstörungen. Neben einem Stadtbummel in der autofreien
Altstadt machten wir eine Kahnfahrt über die Kanäle. Auf der Rückfahrt besuchten
wir dann Gent mit dem berühmten Altar von Gebrüder Eyck in der Kathedrale.
Vor unserer Abreise waren wir noch im Europäischen Parlament und hatten dort
eine sehr interessante Führung, mit vielen Details, aus dem parlamentarischen
Leben in Brüssel.
Nach einer zweijährigen Pause fuhren wir 2005 über Wismar nach Schwerin in die
neuen Bundesländer. Da alles noch so frisch in der Erinnerung ist, will ich nur
stichwortartig aufzählen: Stadtführungen, Schifffahrten auf dem Schweriner See
und von Waren aus auf dem Müritzsee mit den weiter verbindenden Seen bis nach
Malchow und zurück, Besichtigung des Schweriner Schlosses und Besuch der
Schlossfestspiele mit der Oper „Rigoletto“ von Verdi als Open-Air-Event im
„Alten Garten“.
Über die 15.Teutonenreise von 2007 nach Eutin und in die Holsteinische Schweiz,
die noch sehr frisch in unserem Gedächtnis ist, brauche ich nicht viel
berichten. Der Höhepunkt der Reise war auch hier der „Galaabend der Eutiner
Festspiele“ im Freilichttheater des Schlossgartens.
Dieser sehr komprimierte Bericht zeigt unser Verbindungsleben einmal aus einer
ganz anderen Perspektive.